Am vergangenen Wochenende standen für die Erste die letzten beiden (Heim-)spiele auf dem Programm. Am Vormittag begrüßten wir den SV Nord-West Rostock in der TTC-Arena, am Nachmittag empfingen wir dann als Highlight die sympathischen Jungs vom FSV Rühn in der Hansestadt.

Auch wenn der Fokus für uns natürlich auf der Nachmittagspartie gegen die ebenfalls noch ungeschlagenen Jungs von Rühn lag, wollten wir die Rostocker am Vormittag keinesfalls unterschätzen.

Entsprechend motiviert legten wir im Doppel los. Martin und ich sowie Koschi und Hoffi legten mit 3:0 bzw. 3:1 vor und auch bei Brian und Karl lief bis Ende Satz drei alles nach Plan. Zweimal 11:6 und zahlreiche Matchbälle im dritten Satz deuteten auf ein schnelles 3:0 nach den Doppeln hin. Doch irgendwie schafften es die Rostocker, diesen Satz noch mit 18:16 zu klauen und dann war irgendwie der Wurm drin. Mit zweimal 11:7 holten die Gäste letztlich verdient den ersten Punkt.

Im oberen Paarkreuz hatte ich mit Youngster Ivanov keine Probleme und auch Koschi nebenan ließ Powilleit nicht sein gefürchtetes Blockspiel aufziehen, also zweimal 3:0.

In der Mitte machte Martin mit Luce kurzen Prozess (3:0), während am Nachbartisch Karl gegen Grußendorf schon fast am Verzweifeln war. Stephan brachte die Murmel immer wieder auf den Tisch zurück, so dass Karl bei 0:2-Sätze mit dem Rücken zur Wand stand. Doch Aufgeben ist nicht und so holte sich unser Dreier Satz drei knapp mit 11:9, um danach beim 11:1 den Turbo zu zünden. Im Entscheidungssatz hieß es dann wieder 11:9 für Karl. Das war ein hartes Stück Arbeit und die Erleichterung war ihm anzusehen.

Auch im unteren Paarkreuz gab es ein klare Nummer sowie ein ganz enges Ding. Brian erwischte (wie auch später am Nachmittag) einen Sahnetag und nach gefühlt 10 Minuten hieß es gegen Zahn 11:7, 11:2 und 11:4. Nebenan hatte David mit Roos so seine liebe Mühe. Nach einem knappen 11:9 gingen die beiden nächsten Sätze verloren, doch auch David drehte die Partie. Mit 11:8 und 13:11 sorgte er für die komfortable 8:1-Führung. Gegen Powilleit wollte ich den Sack zumachen, was mir auch in drei Sätzen gelang.

Nun blieben noch fast drei Stunden, bis zum Spitzenspiel gegen die Rühner. Nach einer kleinen Stärkung und ein bisschen Warmspielen erreichte uns die Info, dass die Rühner in Blesewitz mehr Mühe als für viele erwartet hatten und schließlich beim 8:8 noch mit einem blauen Auge davongekommen sind. Für uns nicht unbedingt überraschend, da die Blesewitzer als letztes Verbandsligateam in dieser Saison noch mit den guten alten Zelluloidbällen spielen, die ja bekanntlich etwas andere Spieleigenschaften aufweisen als die mittlerweile von fast allen Mannschaften in MV verwendeten Plastikmurmeln.

Entsprechend angefressen trafen die Jungs etwas verspätet in der TTC-Arena ein und kurze Zeit danach legten wir auch schon los. 30 Minuten später stand ein 0:2 auf der Spielstandsanzeige. Was war passiert?

Martin und ich kamen gegen die unbequem zu spielenden Vick/Göllnitz überhaupt nicht ins Spiel. Dass die beiden Rühner exzellent miteinander harmonieren, haben sie schon gegen mich und Tobi bei den Landesmeisterschaften in diesem Jahr gezeigt, als wir bei 0:2-Sätzen dicht vor dem Aus standen. Martin und mir gelang zwar der zweimalige Satzausgleich, doch am Ende spielten die beiden das Ding ganz souverän nach Hause.

Am Nachbartisch hatten Koschi und Hoffi gegen Kindt/Kneifel, die laut eigener Aussage ihr bestes Spiel der Saison zeigten, wenig auszurichten. Hoffi meinte zu mir, dass die Rühner Koschi einfach nicht ins Spiel kommen ließen. Das muss man auch erstmal schaffen und so geht das 3:0 für die Gäste voll in Ordnung.

Nun waren Brian und Karl an der Reihe, die zugleich die Niederlage vom Vormittag vergessen machen wollten. Und das gelang den beiden gegen Jacob/Stepputat mit einer deutlichen Leistungssteigerung (3:0).

In den Auftakteinzeln musste ich zunächst gegen Kneifel ran, während Koschi „Matze“ Kindt die Flosse schütteln durfte. Gegen Erik konnte ich die beiden ersten Sätze relativ klar gewinnen, so dass dieser in Durchgang drei mit einer Taktikänderung (nur noch Rollaufschläge) mal etwas Neues probierte. Mit 11:8 konnte ich den Satz und damit das Spiel schließlich eintüten.

Nebenan machte Koschi mit Kindt kurzen Prozess. Wenn Matze Satz zwei (12:14) holt, hätte die Partie vielleicht einen anderen Verlauf nehmen können, aber so wurde es ein überraschend deutlicher Dreisatzsieg.

Erstmals konnten wir in dieser Partie also in Führung gehen (3:2).

Im Mittelpaarkreuz musste Karl dann gegen Jacob ran und lag schnell mit 11:7, 11:5 vorne. Dann drehte sich die Partie, was auch an der Leistungssteigerung von Micha lag. Mit 11:6 ging Satz drei an den Rühner, der nach einer 10:6-Führung in Satz vier kurz vor dem Entscheidungssatz stand. Doch Karl wäre nicht Karl, wenn er irgendetwas ändern würde und so kamen plötzlich die Bälle, die vorher nicht kamen. Das Risiko wurde belohnt und so holte er sich den Satz und damit das Match noch mit 14:12.

Martin sah gegen Wundertüte Vick im ersten Satz so gar keine Sonne (3:11). Doch unser Martin spielt seinen Stiefel immer runter und so klaute er den wichtigen zweiten Satz mit 12:10. Nach einem 11:4 ging auch Satz vier in die Verlängerung, der ebenfalls hauchdünn mit 15:13 zu unseren Gunsten ausging.

Damit 5:2!

Nun war es das bis dato in dieser Saison noch ungeschlagene untere Paarkreuz mit David und Brian, das nachlegen wollte. David schlug Göllnitz in drei Sätzen (11:9, 11:7, 11:8), während Brian wieder den Turbo zündete – wie am Vormittag wieder nur 13 Punkte abgegeben, wieder 11:2, 11:4, 11:7, diesmal nur in anderer Reihenfolge.

7:2!!

Zeitgleich begannen Koschi und ich dann unsere zweiten Einzel. Doch während ich noch in der Verlängerung von Satz eins steckte, nahm Koschi nach getaner Arbeit schon wieder auf der Bank Platz. Mit 11:8, 11:6, 11:6 schlug unser Koschi am Nebentisch Kneifel. Viel davon mitbekommen hatte ich nicht, weil Matze mir alles abverlangte. Etwas glücklich klaute ich den ersten Satz nach 7:10 noch mit 16:14. Auch Matze wirkte schließlich etwas genervt, was wohl aufgrund des rutschigen Bodens an den häufigen Handtuchpausen meinerseits lag oder einfach an der Tatsache, dass beim 2:8 so ein bisschen die Luft raus war. Mit 11:8 und 11:5 gingen die Folgesätze an mich, so dass die Partie schließlich 9:2 zu unseren Gunsten gegen die Rühner ausging.

An dieser Stelle ein großer Dank an die über 30 Zuschauer, die am Nachmittag den Weg in die Halle fanden und uns lautstark immer wieder antrieben, um den wichtigen Sieg gegen unseren ärgsten Verfolger zu holen.

Mit 18:0-Punkten und einer Bilanz von 81:12(!) Spielen schließen wir die Hinrunde mit weißer Weste ab. Die Mission Wiederaufstieg geht weiter.

 

Fotos: Thomas Hempelmann


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